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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Edendorfer,

Anfang August fand die Braunschweiger Zeitung eine „Wundertüte“ in der Post: 100.000€. Eine Spende für das stationäre Hospiz, wie aus dem Begleitschreiben hervorging. Der anonyme Spender wollte damit seine Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden des Hospizes Ausdruck verleihen.

Itzehoe bekommt als Kreisstadt nun auch ein stationäres Hospiz. In Edendorf. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Die Einweihung wird wohl in der ersten Jahreshälfte 2020 sein. Es gibt viel Interesse an dem, was da entsteht. Menschen fragen nach ehrenamtlicher Mitarbeit. Andere überlegen, ob sie sich auf eine der entstehenden Stellen bewerben sollen. Es bilden sich Brücken, z.B. zur neuen Palliativstation im Klinikum Itzehoe.

Es gibt aber auch Vorbehalte und Bedenken. Man befürchtet, dass das
Thema Sterben, Vergänglichkeit und Tod durch das Hospiz eine uner-wünschte Präsenz bekommt. Dafür, dass diese Präsenz unerwünscht ist, gibt es gute Gründe. Andererseits sollte sich eine Kultur, gerade eine christliche, nicht am Verdrängen beteiligen. Das wäre nicht nur unchrist-lich, sondern auch unnatürlich. Der Tod ist das einzig sichere Datum, das nach unserer Geburt feststeht. Verdrängen ist möglich, aber wenig sinnvoll.

Weil Ostern und die Auferstehung die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens ist, hat jemand die Christen als „Protestleute gegen den Tod“ bezeichnet. In diesem Sinn verstehe ich die Hospizarbeit: angesichts des Todes, der feststeht, soll dem Leben möglichst viel Raum gegeben werden. Ebenso soll die Würde, die jeder Mensch vor Gott hat, in dieser Weise, gestärkt und wahrgenommen werden.

Ich freue mich darüber, dass das stationäre Hospiz in Edendorf entsteht. Ich lade Sie ein, diese Arbeit zu unterstützen. Es müssen keine Wunder-tüten sein. Es geht auch mit einem guten Wort, einem guten Geist, einer guten Tat. So wird Segen von Ihnen ausgehen und auf Sie zurück-kommen.

 

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Pastor