Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Edendorfer,

ein Ausspruch des bekannten Buchautors Erich Kästner lautet: „…seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“



Die Wahrheit dieses Satzes ist uns in den letzten 18 Monaten durch Corona und vor ein paar Wochen durch das Hochwasser im Westen Deutschlands spürbar nahe gekommen. Das ist allerdings ein Wissen, das wir gerne und erfolgreich verdrängen. Und tatsächlich:
 das andauernd im Bewusstsein zu haben, ist nicht auszuhalten. Das wäre schädlich. Schädlich ist es aber auch, das ganz auszublenden. Solche krisenhaften Zeiten und bedrohlichen Ereignisse sind wie ein Weckruf.
Sie rütteln an unseren selbstgebauten Sicherungen. Sie rütteln auch an
dem, was wir an Werten in unserem Leben mittig bzw. oben platzieren.
So kann es zu einem neuen Nachdenken und neuer Orientierung kommen.



Ein altes Kirchenlied hat den Ausspruch von Erich Kästner so formuliert:
„Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ (Evang. Gesangbuch 518). Diese Worte stammen aus dem Mittelalter. Damals war der Tod noch sehr viel sichtbarer und präsenter durch hohe Kindersterblichkeit, schlechte Hygiene, Seuchen und Kriege. 


Wir haben den Tod verdrängt, obwohl er das Einzige ist, was uns garantiert erwartet. Und wie es das Kirchenlied sagt, ist das, was den Tod ausmacht, mitten in unserem Leben wirksam: durch Verlust, Angst, Krankheit, Gefahren und Nöte. Man sagt, gegen den Tod sei kein Kraut gewachsen. Stimmt das?

Der christliche Glaube setzt etwas gegen alles, was der Tod mit sich bringt. 
Jesus Christus verkörpert dieses „gegen“ im Namen Gottes: seine heilenden Worte und Taten, seine Vergebung, seine Auferstehung am dritten Tag.
Im Blick auf Christus können wir sagen: „Mitten im Tod sind wir vom Leben umfangen!“ Darauf können wir bauen und vertrauen. Im Leben und im Sterben.

Haben Sie eine bessere Idee?



Ich wünsche Ihnen, dass diese gute Botschaft Sie erreicht, erfreut und erfüllt.

 

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Pastor