Grußwort

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Edendorfer,

wenn nicht ein großes Wunder geschieht, steht zu befürchten, dass wir in diesem Jahr ein „Kriegs-Weihnachten” erleben. Nicht direkt, aber indirekt: durch die Nachrichten, heruntergedrehte Heizungen, stromsparenden Kerzeneinsatz und eine Million Ukrainer als Geflüchtete unter uns.

Es ist schwer zu fassen, dass zwei christliche Nationen sich so hassen und bekriegen. Tatsächlich aber wird nach Gottes Willen in all dem gar nicht gefragt. Menschen verachtende Ideologie leitet das Interesse, und Religion wird daraufhin verbogen und passend gemacht. Die Kernbotschaft des christlichen Glaubens wird verraten.

Und weil wir betroffen sind von diesem Krieg – wenn auch nur indirekt – schwindet die Solidarität mit der Ukraine. In diesem Sinn äußerte sich eine Frau: „Wegen dieses Krieges muss ich mich fragen, ob und wie ich meine vier Wände warm bekomme im Winter. Ich habe keine Lust, deswegen zu frieren.” Sie hat damit ausgesprochen, was Menschen vermehrt denken und meinen. „Und weißt du, was viele Ukrainer sich fragen?” fragte ich die Frau. Sie verneinte, und ich sagte: „Viele Ukrainer fragen sich: welche vier Wände?”

Bundespräsident Steinmeier hat uns vor Kurzem auf Härten eingestimmt, denen wir gegenwärtig ausgesetzt sind und denen wir in naher Zukunft vermehrt begegnen werden. Mit einer entsprechenden Einstellung der Einzelnen und dem, was der Staat an Hilfe und Unterstützung bereitstellt, kann das auch gelingen. Vielleicht kann diese Krise auch etwas hervorbringen, was für uns Menschen wichtig ist und bleibt: einen neuen Sinn für Zusammenhalt und Solidarität.

Ich wünsche Ihnen – trotz der widrigen Umstände – ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Die Welt, in die der Sohn Gottes geboren wurde, war nicht viel anders als heute. Wir brauchen das göttliche Wort und die Weisung vom Himmel her. „Wenn wir Gott in der Höhe ehren, kehrt bei uns hier der Friede ein”, heißt es in einem Lied. Möge dieser Friede Sie erreichen, erfreuen und erfüllen.

 

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Pastor