Liebe Leserin, lieber Leser,
im Lukasevangelium steht der Satz: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Ich frage mich, was die Leute dachten, als sie Jesus das sagen hörten.
Im Konfirmandenunterricht habe ich den Jugendlichen Bilder zu den einzelnen Bitten des Vaterunsers gezeigt. Zu der Bitte „Dein Reich komme“ war auf dem Bild ein alter Mann zu sehen. Auf einem Bett liegend. Nur noch Haut und Knochen. Neben ihm eine Krankenschwester, die sich ihm zuwendet.
Auf die Frage, was dieses Bild mit der Bitte des Vaterunsers zu tun haben könnte, sagten die Jugendlichen: „Der Mann bittet, dass er bald von seinem Leiden erlöst wird und in den Himmel kommt.“ Eine Antwort, die nahe liegt.
Verbinden wir die Vaterunser-Bitte mit dem Monatsspruch von oben, ergibt sich etwas ganz Anderes: das Reich Gottes ist schon in dem Bild vorhanden.
In der Zuwendung, der Hilfe, der Nächstenliebe der Krankenschwester für den kranken Mann ist das Reich Gottes im Bild gegenwärtig. Wir sollen das Reich Gottes also nicht jenseitig, sondern diesseitig verstehen.
Jesus sagte: „Gebt dem Reich Gottes den ersten Platz in eurem Leben.“
Wo Men-schen das machen, wird der Himmel geerdet. Das hat große Relevanz für uns und die Welt unserer Tage. Wo das geschieht, entsteht kein Krieg, weil Frieden und Versöhnung zum Kernauftrag der Kirche gehören.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrem Alltag Spuren des Reiches Gottes entdecken und hinterlassen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Pastor



